Alternsgerechtes Arbeiten

Vorerst die gute Nachricht: Wir leben länger als noch vor wenigen Jahrzehnten! Die steigende Lebenserwartung ist von vielen Faktoren abhängig. Die Errungenschaften der modernen Medizin und Wissenschaft, positive sozioökonomische Entwicklung der Industriestaaten, Verbesserung der Lebensqualität und Gesundheitssicherung, steigender Wert von Ausbildung und Bildung, steigender Lebensstandard und Verbesserungen in der Arbeitswelt sind sicherlich Gründe für diese positive Entwicklung.

Die Tatsache, dass diese steigende Lebenserwartung mit einer Abnahme der Geburtenrate kombiniert ist, führt allerdings zu einer signifikanten Veränderung der altersspezifischen Zusammensetzung unserer Gesellschaft. Im Zuge dieses demographischen Wandels werden in den nächsten Jahren die 45-Jährigen die größte Gruppe unter den Beschäftigten bilden.

Dazu kommen die Pensionsreformen der letzten Jahre, die ab dem Jahr 2014 im Regelfall praktisch keine Möglichkeit mehr geben, vor dem Regelpensionsalter in Pension zu gehen. Doch allein das Pensionsantrittsalter zu erhöhen, ohne begleitende Maßnahmen am Arbeitsmarkt, auf betrieblicher und individueller Ebene zu setzen, wird wohl kaum zu den gewünschten Effekten führen. Gleichzeitig gibt es in vielen Bereichen und Branchen ArbeitnehmerInnen, die aufgrund der belastenden Arbeitsbedingungen lange vor dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter arbeitsunfähig werden.

Wenn nun Menschen länger in Beschäftigung gehalten werden sollen, dann muss dies entsprechend vorbereitet und unterstützt werden. Diesbezügliche Maßnahmen sind daher auf drei Ebenen notwendig:

  • Individuelle Ebene: zB durch maßgeschneiderte Weiterbildungsmaßnahmen für alle Bediensteten.
  • Betriebliche Ebene: zB durch Veränderung von Arbeitszeitregelungen (zB Schichtsystem) und von Arbeitsaufgaben, durch ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen für ältere ArbeitnehmerInnen.
  • Gesellschaftliche/Überbetriebliche Ebene: zB bildungspolitische Maßnahmen, Veränderungen im Dienst- und Besoldungsrecht, Arbeitsmartpolitik, Weiterentwicklung der ArbeitnehmerInnen- und Bedienstetenschutzbestimmungen.

Die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten hat diese Bedürfnisse und Anforderungen an Arbeit, Arbeitsgestaltung, Arbeitsumgebung und Führungsverhalten erkannt und daher im September 2006 eine Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Handlungsfeldern (ArbeitnehmerInnen- sowie Bedienstetenschutz und Gesundheitsförderung, Qualifizierung, Weiterbildung und Personalentwicklung, Unternehmenskultur und Haltung der einzelnen AkteurInnen und Besoldungsrecht und -struktur, Dienstrecht sowie Personalsteuerung) und Maßnahmen, die zukünftig "Alternsgerechtes Arbeiten" möglich machen sollen, eingerichtet.

Die Arbeit an den Menschen anpassen um gesund in Pension gehen zu können.

Die Europäische Union hat es sich zur Aufgabe gemacht, ältere Menschen im Arbeitsleben zu halten, wobei hier vor allem ökonomische Überlegungen zählen, beispielsweise leistbare Pensionssysteme, genügend qualifizierte FacharbeiterInnen etc. Ziel der Gewerkschaften ist es vor allem, dass Arbeitgeber Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere ArbeitnehmerInnen schaffen. Der Weg "von der Arbeit in die Pension" muss Normalität sein, nicht "von der Arbeitslosigkeit in die Pension".

SCHON IN JUNGEN JAHREN

Einige Betriebe haben bereits erkannt, dass sie qualifizierte ArbeitnehmerInnen durch alternsgerechte Arbeitsgestaltung länger erwerbsfähig halten können und ziehen daraus hohen wirtschaftlichen Nutzen. Gesundheitsfördernde Arbeit sollte dem Alter angepasst sein und ArbeitnehmerInnen ein gesundes Erwerbsleben bis zur Pension ermöglichen. Alternsgerechtes Arbeiten beginnt daher schon in jungen Jahren!

Bei gesundheitsfördernder Arbeitsgestaltung sind vor allem folgende Punkte zu berücksichtigen:

Schwere körperliche Arbeit

Lange Arbeitszeiten & Überstunden

Wertvolle Erfahrung Älterer 

 

 

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Was ist im Betrieb zu tun?
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